Rote Liste – ein Denkmalgewissen für Deutschland
Goldene Abrissbirne 2020 verliehen
Rote Liste – ein Denkmalgewissen für Deutschland
Rote Liste – ein Denkmalgewissen für Deutschland

Die Belange von Denkmalschutz und Denkmalpflege spielen im Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. traditionell eine wichtige Rolle.

Mit der Roten Liste will der Vorstand dazu beitragen, auf Gefährdungen aller Art aufmerksam zu machen. Indem wir ausgewählte Beispiele von bedrohten Denkmälern vorstellen, wollen wir das Verständnis für die Objekte schärfen und Lösungswege aufzeigen. Wir sind überzeugt, dass in diesen Fällen zugunsten des Denkmals entschieden werden könnte. In Kurzporträts wollen wir die Objekte und ihre Werte darstellen, die oft verwickelten Situationen entflechten und Alternativen andenken. Kunsthistorische Expertise ist dabei ein wichtiger Baustein – zugleich oft von politischer Realität überholt und von Faktoren überwogen, die weit außerhalb eines kunsthistorischen Zugriffs liegen. Wo gegen die offensichtlich dokumentierten historischen Werte und die Potenziale entschieden wird, geben wir den Objekten eine Stimme und mahnen als Denkmalgewissen.

Derzeit besteht eine Kooperation mit dem Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg, in der Studierende Fallbeispiel-Texte beisteuern. Mitglieder und Freunde des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker sind ebenfalls aufgerufen, der Redaktion weitere Beispiele zu nennen.

Das Denkmalgewissen profitiert von Facettenreichtum und Vielstimmigkeit, damit Denkmäler eine starke Lobby haben!

Goldene Abrissbirne verliehen

2020 geht die Goldene Abrissbirne des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V. an das ehemalige Verstärker­amt in Kochel am See.

weiterlesen
Die Rote Liste auf INSTAGRAM

Die Rote Liste auf Instagram: rote_liste_vdk

#roteliste

Instagram-Account ansehen
Mitmachen

Sie möchten unserer Redaktion einen Fall für die Rote Liste melden? Bitte füllen Sie dazu unser Formular aus.

Welche Kriterien für die Aufnahme in die Rote Liste gelten und wer für die Bearbeitung der Fälle zuständig ist, erfahren Sie hier.

Formular Rote Liste (181 KB)
Neueste Fälle

Stalag VII A in Moosburg

In Moosburg an der Isar sind bis heute vier Baracken des Stalag VII A erhalten geblieben. Sowohl der authentische Zeugniswert als auch die geschichtliche Bedeutung der Gebäude wurden 2013 mit der Eintragung in die Denkmalliste bestätigt. Nachdem bereits der überwiegende Teil der früheren Baracken verändert und durch Neubauten ersetzt wurde, sind nun auch die übrigen Gebäude substanziell in Gefahr.

weiterlesen

„Blaues Haus“ in Hof

Für das „Blaue Haus“ besteht derzeit akute Abrissgefahr. Die leerstehende ehemalige Baumwollspinnerei in Hof soll einem Neubau weichen. Ein Berliner Investor plant an dem Standort den Bau von Wohnungen für Senioren und Familien. Lässt sich das historische Gebäude nicht sinnvoll umnutzen? Ist das „Blaue Haus“ tatsächlich verloren, und wieso darf dieses historische Bauerbe nicht Keimzelle einer Weiterentwicklung werden?

weiterlesen

Stadthaus Mannheim

Prominent gelegen am Paradeplatz, überführt das Stadthaus Mannheim (Carlfried Mutschler u. a., 1991) prägende Elemente des kriegszerstörten barocken Vorgängerbaus in eine überzeugende postmoderne Gestaltung. Seit Kurzem wird in Stadtöffentlichkeit und Presse laut über den Abriss dieses Mannheimer Wahrzeichens nachgedacht.

weiterlesen

Gasometer Schöneberg

Nach der Änderung des Bebauungsplanentwurfs soll das im Gasometer geplante Bürogebäude noch höher gebaut werden dürfen als ursprünglich festgelegt. Damit besteht die Gefahr, dass ein bedeutender Industriebau des frühen 20. Jahrhunderts in seiner Wahrnehmung beeinträchtigt und die heute einzigartige Fernwirkung der bei ihrer Errichtung wegweisenden Stahlskelettkonstruktion im Stadtbild zerstört wird.

weiterlesen