Forum
Kunstgeschichte inklusiv

„You can’t just add women and stir“, stellte die feministische Wissenschaftlerin Charlotte Bunch bereits 1987 fest. Auch in der Kunstgeschichte ist seit geraumer Zeit unumstritten, dass allein die Addition weiblicher* sowie nicht-weißer Perspektiven den Zielen einer kritisch informierten Wissenschaft nicht entsprechen kann.

Kunstgeschichte inklusiv will sich dem Austausch, der Befragung und konsequenten Verbesserung der Bedingungen für marginalisierte Gruppen in der Kunstgeschichte widmen. Im Fokus stehen drei Stränge: fachliche Inhalte, akademische Praxis und rahmende Strukturen. Mit Kunstgeschichte inklusiv sollen bislang vernachlässigte Themen berücksichtigt und in Lehre und Forschung eingebracht werden. Auf der Ebene der strukturellen Veränderungen sollte Kunstgeschichte als inklusives Feld Verfahren der Zugänglichkeit des Studienganges, der Besetzung von Stellen und der Vergabe von Drittmitteln offenlegen und hinsichtlich der Chancengleichheit optimieren.

Das Fachforum auf dem XXXVI. Deutschen Kunsthistorikertag 2022 möchten wir zum Anlass nehmen, die Initiative vorzustellen und ein Netzwerk aufzubauen. Es sollen thematische Debatten angestoßen, bestehende Methoden befragt und Verbesserungsvorschläge zusammengetragen werden.

Einige Ideen, die wir im Rahmen von Kunstgeschichte inklusiv angehen möchten, sind übergreifende Kooperationen mit bereits bestehenden nationalen und internationalen Initiativen, verbindliche Zusammenarbeit von kunsthistorischen Instituten bundesweit, die Etablierung von entsprechenden Semesterschwerpunkten sowie rhetorische Weiterbildungsangebote. Zudem sollen jährlich stattfindende und von verschiedenen Hochschulen ausgerichtete Aktionstage geplant werden, bei denen inhaltlich, praktisch und/oder strukturell über Gleichstellung gesprochen wird.

Bei Fragen, Anregungen und Anmerkungen, aber auch, um sich an Kunstgeschichte inklusiv anzuschließen, bitte eine E-Mail an senden.

Digitaler Lesezirkel

Das Fachforum „Kunstgeschichte inklusiv“ lädt zu einem digitalen Lesezirkel ein, in dem wir in lockerer Runde über Fragen einer gerechteren Kunstgeschichte diskutieren. Der Lesezirkel richtet sich an Interessierte aller Qualifikationsstufen. Es ist unser aufrichtiges Anliegen, gemeinsam eine möglichst offene, sichere und solidarische Gesprächskultur zu etablieren.

Um miteinander ins Gespräch zu kommen, möchten wir in den ersten vier Sitzungen bekannte Positionen der feministischen Kunstgeschichte diskutieren, darauf folgend – nach der Sommerpause voraussichtlich am 24.09.2021– möchten wir uns Texten über Transkulturalität und postkolonialen Theorien widmen.

Termine: Letzter Freitag im Monat, 12.30–14.00 Uhr

30.04.2021 Vorstellungsrunde und Besprechung des Textes „Bildwissenschaft“ – Eine „neue“ Disziplin und die Abwesenheit von Frauen von Sigrid Schade

Drei Wochen vor der jeweiligen Sitzung wird der Text zur Verfügung gestellt.

Für die Texte und den Zoom-Link bitten wir um Anmeldung unter: .

Wir freuen uns sehr auf einen spannenden Austausch!

Ansprechpersonen

Dr. Amrei Buchholz
Paris-Lodron-Universität Salzburg
FB Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft, Abt. Kunstgeschichte
Unipark Nonntal, Erzabt-Klotz-Str. 1
5020 Salzburg
Österreich

Magdalena Grüner M.A.
Universität Hamburg
Kunstgeschichtliches Seminar
Edmund-Siemers-Allee 1 (Westflügel)
20146 Hamburg

Dr. Anita Hosseini
The Warburg Institute
Woburn Square
London WC1H 0AB
England