Eine Stunde Kunstgeschichte in Dortmund

Architektur, Denkmalpflege und Archiv

Im Kontext von »Planvoll«, einem Projekt des Lehrstuhls Geschichte und Theorie der Architektur und des Seminars für Kunst und Kunstwissenschaft mit dem Archiv für Ar­chitektur und Ingenieurbaukunst NRW (A:AI NRW) an der Technischen Universität Dort­mund 2013–2015

„Planvoll“ ist Teil der Initiative „SammLehr. An Objekten lehren und lernen“ der Stiftung Mercator

Dortmund, im Herbst 2013

Der Projektkurs Kunst des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Dortmund unter der Leitung von Heinz Udo Brenk, mit dem das Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft sowie der Lehrstuhl Geschichte und Theorie der Architektur der TU Dortmund seit mehreren Jahren regelmäßig kooperieren, war im Rahmen seiner Arbeit zum Thema Denkmal­schutz an Beispielen aus der Architektur Dortmunds im Schuljahr 2013/14 mehrfach bei „Planvoll“ zu Gast. Prof. Dr. Wolfgang Sonne gab gleich zu Beginn des Schuljahres eine Einführungsveranstaltung zu den Grundlagen der Architektur. Vor allem wurden verschiedene Exkursionen in Dortmund unternommen. Die Schülerinnen und Schüler besuchten unter anderem unter Anleitung von Dipl.-Ing. Regina Wittmann das Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst NRW (A:AI) der TU Dortmund.

Ein weiterer Termin fand in der Stadtkirche St. Reinoldi unter Leitung von Prof. Dr. Bar­ba­ra Welzel und unter Mitwirkung von den Projekt-Assistentinnen Nathalie-Josephine von Möllendorff M.A. und Dipl.-Ing. Regina Wittmann statt. Bei diesem Besuch wurden Baunähte untersucht, bei denen der Beton des Wiederaufbaus unmittelbar an das mit­telalterliche Mauerwerk stößt. Der Wiederaufbau der Stadtkirche wurde anhand ausge­wählter Objekte – Fotos und originalen Bauzeichnungen des Architekten Herwarth Schul­te – aus dem Bestand des A:AI, erläutert. Entscheidungen im Wiederaufbau­pro­zess wurden mit den Schülerinnen und Schülern diskutiert. Anschließend besuchte der Kurs die öffentliche Vorlesung „Bilder und Klänge Europas zwischen Odessa, Dort­mund und Lissabon“.

Mit dem Besuch der Stadtkirche St. Reinoldi und den Einblicken in das Projekt „Plan­voll“ wurden die Schülerinnen und Schüler für die architektonische Vielschichtigkeit des Baukörpers sensibilisiert und erhielten Einblick in den Planungs- und Entschei­dungsprozess des Wiederaufbaus. Vor allem konnten sie am Beispiel der weitreichen­den öffentlichen Diskussion um den Wiederaufbau die Verantwortung der Bevölkerung für das kulturelle Erbe einer Stadt erkennen.